Geschichte

In älteren Urkunden heisst die Gemeinde immer „Wachseldorn und Güzenschwende“. Beides sind etwas ungewöhnliche Namen. Der Name Wachseldorn stammt vom althochdeutschen „wachsholder oder washolter“ her. Was so viel wie Holunder geheissen habe. Wachseldorn bedeutet also bei den Holundersträuchern. In den „Fontes rerum Bernensium“ wurde es erstmals 1343 „in Wachseldornen büt“ (im Gebiet von Wachseldorn) erwähnt. Der Name Gützenschwende oder Gützischwendi stammt wie alle andern Schwanden oder Schwendi vom Schwenden oder Reuten des Waldes her. In einem Verzeichnis der Wälder hinter Schwarzenegg vom Ende des 18. Jahrhunderts wird ein Wald mit dem Namen „das kleine Banlein oder die Guzen“ erwähnt, welcher der Beschreibung nach mit dem Grünenwald identisch ist. Gützenschwendi wird also so viel bedeuten wie die geschwendete Guzen.

Die Gemeinde Wachseldorn ist erst seit 1822 selbständig. Vorher war es eine „Baursame“ mit zum Teil eigener Verwaltung und gehörte zur Gemeinde Buchholterberg. Nach vielen Streitigkeiten wurde am 11. Dezember 1822 ein „Teilungsvertrag“ ausgearbeitet. In 14 Artikeln wurde das Nötigste vereinbart. Der Vergleich wurde am 13. Dezember 1822 von beiden Bezirken einhellig angenommen und am 12. Mai 1823 durch Schultheiss und Rath der Stadt und Republik Bern bewilligt. Die Konstituierung der Gemeinde fand am 3. Juli 1823 unter dem Vorsitz von Gerichtsstatthalter Stucki in Bleiken statt und am 23. Juni 1823 wurde das erste Gemeindereglement einstimmig genehmigt.

Gemeindewappen

In Gold ein schwarzer Dornzweig mit vier schwarzen Dornen und fünf grünen Blättern. Redendes Wappen, geschaffen 1938.

Wachseldorn-Bürger

Die Geschlechter von Wachseldorn sind: Jöhr, Kupferschmid, Latour, Müller, Rüegsegger, Schenk, Ummel, Bauernfeind, Kiegler, Klöpfer, Meinerzhagen, Schubnell, Wehr

Bekannte Persönlichkeiten

Jakob Ummel, 1895 – 1992, Komponist und Jodler
Hanspeter Latour, 1947, ehem. Fussballer und –trainer, Fussballexperte Radio und Fernsehen.

Schule

Bereits 1834 wird erstmals in einer Gemeinderechnung von Buchholterberg die Schule in Wachseldorn erwähnt. Gemeint ist wahrscheinlich das alte „Tätschhüttli“ im Schnabel, das um 1660 erbaut worden ist und das erste Schulhaus der Gemeinde gewesen sein dürfte.
Seit 1832 befindet sich das Schulhaus an seinem heutigen Standort. 1957 entstand das heutige Schulhaus. Im Jahr 1980 erfolgte der Anbau des Kindergartens.
Infolge der stark rückläufigen Schülerzahlen wurde an der Gemeindeversammlung vom 21. März 2011 beschlossen, die Schule zu schliessen. Als Standortgemeinde wurde Buchholterberg bestimmt. Auf Gesuch hin können Eltern ihre Kinder aber auch nach Oberlangenegg zur Schule schicken. Das Oberstufenzentrum befindet sich seit dem 1. August 2013 in Unterlangenegg.

Weiterhin wird der Kindergarten aufrecht erhalten. Nebst den Kindern von Wachseldorn besuchen die Kinder von Oberlangenegg den Kindergarten.

Kirche

Wachseldorn gehört zur Kirchgemeinde Buchholterberg. Die Kirchgemeinde hat sich nie abgetrennt. Im Kirchgemeinderat ist ein Mitglied der Gemeinde Wachseldorn vertreten.

Kirchgemeinde Buchholterberg